iaido

IAIDO ist eine lebende Kunst. Sie wird weiter gegeben von Herz zu Herz, vom Lehrer zum Schüler. Bilder und Texte können nur Anregungen geben, diese Kunst selber zu erlernen und zur Vollkommenheit zu entwickeln. Die DIV bietet ein Dach, unter dem diese Entwicklung eines jeden Einzelnen gefördert wird.

Iaido ist eine Form des Budo, die auf dem Umgang mit dem Katana, dem traditionellen japanischen Schwert beruht. Mit dem Begriff „Budo“ (Kriegskünste) bezeichnet man solche Disziplinen, die sich aus den kriegerischen Übungen der Samurai und dem Gebrauch ihrer Waffen entwickelt haben. Heute werden sie oft auch vereinfacht als „Kampfsport“ bezeichnet.

Die Fähigkeit des Schwertkämpfers in einer Kampfsituation sein Schwert blitzschnell zu ziehen ist Ausdruck ständiger Achtsamkeit, durch die er in vollkommenem Einklang mit den jeweiligen Umständen handelt.

Die letzte Silbe des Wortes „do“ bedeutet „Weg“ (hier in einem übertragenen Sinne gemeint als ein Prozeß des Übens und fortgesetzen Bemühens). Dabei bezieht sich der Inhalt der Ausbildung zunächst auf die jeweiligen technischen Fertigkeiten, die eigentliche Aufgabe aber ist die charakterliche Entwicklung des Übenden durch die andauernde Auseinanderstzung mit dem vorgegebenen Lerninhalt und den dabei auftretenden Schwierigkeiten.

Iaidō (jap. 居合道) ist der japanische „Weg des Schwertziehens“ und gehört zum großen Bereich der Budō-Disziplinen. Es ist aus der Kampfkunst der alten Kriegerkaste Japans, der Samurai, entstanden. Synonyme zm Iai-do sind „batto“, „iai-nuki“.

Welchen Grund könnte es geben, noch im 21. Jahrhundert eine alte Kampfkunst aus Japan zu üben?

Es ist keine Selbstverteidigung. Es ist kein Kampfsport. Es ist keine Mannschaftssportart.

Es ist aber auch keine Meditation (im üblichen Sinne) und die Gemeinschaft der Übenden ist dennoch wichtig.

In der heutigen Zeit sind wir getrieben von Konsum, Macht und vor allem Geld. Wir hoffen, durch die vorgenannten Punkte Zufriedenheit und Glück zu erlangen. Aber weit gefehlt!

Kein gutes Geschäft, keine fertig gestellte Arbeit, kein langer Urlaub kann uns auf Dauer zufrieden machen, oder ausgeglichen. Grund dafür ist, dass wir durch solche Aktivitäten weder unsere Ausgeglichenheit und Geistesstärke, noch unseren Körper in die Lage versetzen, einen harmonischen Ausgleich zwischen Geist und Körper herzustellen.

Zunächst wollen wir uns eine Basis schaffen, die auf bipolarer Ebene zu sehen ist; das meint, Körper und Bewegung. Hier setzt schon das alte Wissen ein, dass die über Jahrhunderte erprobten Bewegungsabläufe, zu einer für die Ausbildung geeigneten und nachvollziehbaren Kontrolle und Korrektur geeignet sind. Mit diesen Bewegungen wird der Körper zentriert. Während dieses schwierigen Ablaufes werden Körperhaltung und Bewegung in Harmonie gebracht (Körperhaltung mit Bewegungsgeschwindigkeit, mit Sammlung, mit Ausdruck, mit Kraft und Genauigkeit der vorgegebenen Handlung). Auf dem Weg dieser eben genannten Harmonisierung werden Energien freigesetzt, die es ermöglichen, aus dem Alltagszustand in eine innere Sammlung umzuschalten und an jedem Ort, zu jeder Zeit, zur Verfügung zu stehen.

Erst jetzt können wir die Früchte unserer Arbeit ernten und etwas von der Kampfkunst begreifen, bzw. sie benutzen.

Damit nicht genug. Der nächste Schritt ist es, die dritte Ebene mit einzubauen, also Körper, Geist und Technik so zu vereinen, dass sie in Harmonie sind. Das geschieht durch das Üben von Techniken, die, von der Basis abgehoben, einen weiteren Schwierigkeitsgrad darstellen.

Wahrnehmen, was mit dem Auge nicht zu sehen ist.


Geschichte

Der Samurai Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (1549─1621) soll der Legende nach die wahre Natur des Schwertkampfes erkannt haben. Er nannte seine Technik noch Battōjutsu (抜刀術) und gründete die Schule Hayashizaki Musō-Ryū. Einer seiner Schüler wurde später Lehrer der Tokugawa-Shōgune. Das hat diesen Stil aus dr Vielzahl der damaligen Schwerttechniken herausgehoben.

Der Nachfolger in der siebten Generation dieser Übertragungslinie war Hasegawa Mondonosuke Eishin. Es wird gesagt, dass er der erste war, der das Schwert mit der Schneide nach oben im Obi trug.

Mit dem 11. Großmeister kommt es zu einer Spaltung in der Tradition, wobei Musō Jikiden Eishin Ryū dem einen Zweig (Tanimura-ha) folgt, und aus dem anderen (Shimomura-ha) später Musō Shinden Ryū (夢想神伝流) entsteht


Bedeutung

Die Bedeutung der einzelnen Silben:

居 i bzw. iru steht für anwesend sein, körperlich wie geistig

合 ai bedeutet passen, übereinstimmen, in diesem Kontext so viel wie sofortige Aktion und Reaktion, wann immer notwendig

道 dō ist der Weg oder auch das Prinzip

Also in etwa der Weg des ganz Dabei-Seins.

Die älteste Bezeichnung für Iaidō, Battōjutsu, heißt wörtlich die „Kunst des Schwertziehens“. Das kommt daher, dass das Ziehen und der erste Schnitt eine Bewegung sind. Bei entsprechender Ausführung des Bewegungsablaufes konnte der erste Schnitt auch schon tödlich sein. Das konzentriert den Zweikampf auf einen Moment, einen Schnitt. Daraus ist zu verstehen, dass die mentale Stärke des Samurai als kampfentscheidend angesehen wurde.

Eine spätere Bezeichnung war Iaijutsu. In den 1960er-Jahren nahmen viele Kampfsportarten das -dō an Stelle des -jutsu in ihren Namen auf, um damit die geistige Seite des Übens gegenüber der reinen Technik aufzuwerten. So kam es zur heute üblichen Bezeichnung: Iaidō.


Ausbildung

Das Schwert ist das wichtigste Utensil eines Iaidoka. Es wird hauptsächlich mit dem Katana geübt, das ein- oder beidhändig geführt wird.

Anfänger beginnen mit einem Holzschwert (Bokuto oder Bokken), um Bewegungsabläufe zu erlernen. (Ohne Gefahr zu laufen, sich selbst mit der Klinge zu verletzen).

Fortgeschrittene üben in der traditionellen Kleidung (Hakama und Keiko-Gi) und benutzen dann ein Iaito, ein Übungsschwert, um die Techniken des Ziehens (nuki), der ein- oder beidhändigen Handhabung und des Zurückführens des Schwertes in die Scheide (noto) korrekt zu erlernen. Diese Iaito haben eine stumpfe Klinge aus einer relativ weichen Metalllegierung mit vollständiger Griffmontierung und Saya; sie entsprechen in Form und Gewicht weitgehend einem echten Katana.

Nach Entscheidung des Lehrers wird dann später der erfahrene Übende nur noch mit einem Shin-Ken („echtes Schwert“ mit scharfer Schneide) üben. Bei welcher Graduierung dies erfolgt, wird je nach Verband oder Dojo unterschiedlich gehandhabt. Zum Beispiel erfolgt im Zen Nihon Kendo Renmei (Alljapanischer Kendo-Verband) und damit auch in der European Kendo Federation (Europäischer Kendo-Verband) die Prüfung zum 6. Dan mit einem Shin-Ken.

Geübt wird Iaidō in Form von Kata, wobei jede Kata-Form ein spezieller Ausschnitt aus einer realen Schwertkampfsituation ist. Übliche Struktur einer Kata:

Nuki Tsuke, das Herausziehen des Schwertes und der erste Schnitt

Kiri Tsuke, weitere Schnitte

Chiburi, das Abschütteln von Verunreinigungen wie Laubwerk oder Blut

Noto, das Zurückführen des Schwertes in das Saya

Fokus ist hier das Erlernen der Handhabung und des Tempos. Die anfänglichen Kata lassen keinen Spielraum, um die korrekte Form zu erlernen. In den Koryu (den überlieferten „älteren“ Formen) gibt es mehr Freiheiten, da es durchaus unterschiedliche Interpretationen der dargestellten Situationen gibt.

Iai wird hauptsächlich allein ausgeführt. Jedoch um Aspekte des Abstandes (Maai) und des Bewegungsablauf-Tempos zu erlernen, werden Partnerübungen mit einem oder mit bis zu vier Gegnern durchgeführt. Zumeist wird das aus Sicherheitsgründen mit dem Bokuto ausgeführt. Eine fortgeschrittene Form des Iai ist das „tachi uchi no kurai“, bei der zwei Übende in festgelegten, kontrollierten Kata mit „echten“ Schwertern üben.

Ziel

Im Iaidō spiegelt sich die Zen-Philosophie wider. Man kämpft nicht gegen einen echten Gegner, sondern man „spiegelt“ sich selbst. Man versucht seine eigenen Fähigkeiten zu meistern und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Das Ziel beim Iaidō ist, sich auf die exakte und sichere Ausführung der Kata zu konzentrieren, es zu harmonisieren. Ursprünglich wurden die vielfältigen Formen geübt, um körperlich jeder Gefechtssituation gewachsen zu sein und angemessen zu reagieren. Es wird gelehrt, dass die Meisterschaft erreicht wäre, wenn man die Situation gewinnt ─ ohne das Schwert zu ziehen. Das erfordert eine starke Persönlichkeit und ein sicheres Auftreten nach langjähriger Erfahrung.

Stilrichtungen

Es gibt viele unterschiedliche Iai- Schulen. Heutzutage sind die beiden populärsten Musō Shinden Ryū und Musō Jikiden Eishin Ryū (Ryū bedeutet soviel wie Schule, System, Klasse). Ihre Bewegungsabläufe sind sehr ähnlich, da sie beide auf die Überlieferungslinie von Hasegawa Mondonosuke Eishin (17./18. Jahrhundert) zurückgehen. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem Stil, der sich in der jeweils eigenen Tradition entwickelt hat.

Musō Shinden Ryū (夢想神伝流; deutsch „die im Traum durch göttliche Unterweisung entstandene Schule“) wurde von Nakayama Hakudō (1869─1958) neu strukturiert. Er gliederte die überlieferten Formen in drei Stufen/ Klassen: Shoden (=beginnende Stufe) auch Omori Ryū genannt, Chuden (=mittlere Stufe) auch als Hasegawa Eishin Ryū bezeichnet, sowie Okuden (=die geheimste oder tiefste Stufe der Überlieferung). Nakayama Hakudō prägte erstmals den Begriff des Iai-do. Interessanterweise war er auch mit Ueshiba Morihei, dem Begründer des Aikido, befreundet, der ebenfalls den Begriff des Do in seine Kampfkunst einführte.

Musō Jikiden Eishin Ryū (無双直伝英信流; deutsch „die unvergleichliche, unmittelbare Lehre der Eishin-Schule“). Hier war Oe Masamichi (1852─1927) der Reformer des Stils, indem er die Formen in Shoden-, Chuden- und Okuiaiwaza einteilte und Omori Ryū offiziell als Shoden-kata einführte. Er war es auch, der als offiziellen Titel der Schule den Namen Muso Jikiden Eishin Ryu auswählte. Heute ist sie die mitgliederstärkste Schule der im Zen Nihon Iaidō Renmei zusammengeschlossenen Schulen.

Weitere Schulen sind: Mugai Ryū, Shindo Munen Ryū, Suio Ryū und Hoki Ryū.

Grundsätzliche Bewegungsabläufe aus verschiedenen traditionellen Schulen (Ryu) wurden vom alljapanischen Kendō-Verband Zen Nihon Kendō Renmei als "Seitei-Iai" neu definiert. Die 12 Kata des "Seitei-Iai" sollen dem Iaidō- und Kendō- Anfänger als eine Art Grundschule dienen und ihm die Handhabung und das Verständnis für das Schwert lehren. Immer öfter wird "Seitei-Iai" auch in den traditionellen Ryū geübt, bevor die überlieferten, älteren Formen gelehrt werden. Alle Techniken des "Seitei-Iai" haben ihren Ursprung in traditionellen Schulen, sie wurden lediglich in eine für den Anfänger vereinfachte und klar definierte Form gebracht. So dient, das durch die Zen Nihon Kendō Renmei eindeutig festgelegte "Seitei-Iai", auch als einheitliche Bewertungsgrundlage für Kyu- und Danprüfungen.

Es gibt jedoch auch viele kleine Iai- Schulen. Hierzu gehört z. B. die von Hanshi Hattori Takeyuki, in den 1940ern entwickelte Stilrichtung der Seishin-Ryu-Iaido, die in groben Zügen den alten Schulen ähnlich ist, jedoch mit größerem Anteil des Kenjutsu. Wie bei Karate oder Aikido gibt es auch im Iaido unterschiedliche Stilrichtungen.

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